Kernaussagen
- Schwerbehinderte Menschen haben weiterhin schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt; 2017 lag ihre Erwerbsquote bei knapp 47 Prozent gegenüber 75 Prozent in der Gesamtbevölkerung.
- Die Angst von Unternehmen vor hohen Zusatzkosten bei der Einstellung behinderter Mitarbeitender ist laut Beitrag oft unbegründet.
- Für Rollstuhlfahrer ist der „Greifraum“ entscheidend: Arbeitsmittel sollten typischerweise zwischen 0,38 m und 1,40 m Höhe erreichbar sein.
- Ein Schreibtisch muss mit dem Rollstuhl unterfahrbar sein und idealerweise auch ein seitliches Eindrehen ermöglichen; automatisch höhenverstellbare Schreibtische erleichtern die Anpassung elektrisch.
- Integrationsämter können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben übernehmen, teils bis zur vollen Kostenübernahme für Beschaffung, Instandhaltung und Einweisung technischer Hilfsmittel.
Für Menschen mit Handicap gestaltet sich der Zugang zum Arbeitsmarkt schwerer als für nicht behinderte Menschen. Daran haben bislang weder die UN-Behindertenrechtskonvention noch das Ziel der Inklusion viel geändert. Laut den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit steigt die Erwerbsquote unter schwerbehinderten Menschen zwar kontinuierlich, liegt aber immer noch unter den Zahlen der Menschen ohne Behinderung. Im Jahr 2017 – das sind die aktuellsten Zahlen, die momentan verfügbar sind – haben knapp 47 Prozent der schwerbehinderten Menschen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren gearbeitet. Zum Vergleich: Die Erwerbstätigenquote der gesamten Bevölkerung war mit 75 Prozent deutlich höher.
Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Eine Ursache mag sein, dass Unternehmen die Einstellung eines behinderten Mitarbeiters aus Angst vor hohen zusätzlichen Kosten scheuen. Doch diese Befürchtungen sind unbegründet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich schon mit geringem Aufwand Arbeitsplätze schaffen lassen, die auch für Menschen mit Rollstuhl geeignet sind.

Höhenverstellbare Schreibtische – unterfahrbar und erreichbar
Sagt Ihnen der Begriff „Greifraum“ etwas? Darunter versteht man den Bereich eines Arbeitsplatzes, den ein Arbeiter mit den Händen erreichen kann, ohne seinen Sitzplatz oder Standort zu verlassen. Darin sollten alle Arbeitsmittel, Werkzeuge und Teile griffbereit verfügbar sein. Bei Rollstuhlfahrern liegt er üblicherweise zwischen 0,38 m und 1,40 m über dem Boden. Was sich darunter oder darüber befindet, lässt sich von ihnen nicht mehr gut erreichen. Deshalb beeinflusst der Greifraum die Planung und Konzeption des optimalen Arbeitsplatzes entscheidend mit.

Außerdem muss der Schreibtisch mit dem Rollstuhl unterfahrbar sein. Optimal ist, wenn dies nicht nur möglich ist, wenn man ihn nur frontal anfährt, sondern man auch eindrehen kann. Das setzt eine Mindesthöhe und -breite voraus. Deshalb sind automatisch höhenverstellbare Schreibtische für Rollstuhlfahrer ganz besonders interessant. Sie sind nicht nur stufenlos höhenverstellbar, sondern auch für Tischplatten bis zu 220 cm Breite geeignet. Die Anpassung erfolgt elektrisch, was bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Kraft hilfreich ist. Wir helfen Ihnen gerne, das für Sie beste Modell zu finden.
Kostenübernahme beantragen
Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Behinderte Arbeitnehmer erhalten von ihrem zuständigen Integrationsamt Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Das kann auch für den Arbeitgeber interessant sein, denn so lässt sich viel Geld sparen. Wenn der behinderte Arbeitnehmer seine Arbeit nur mit technischen Hilfsmitteln ausüben kann, werden die Kosten für Beschaffung, Instandhaltung sowie für die zur Bedienung des Hilfsmittels erforderliche Ausbildung teilweise sogar in voller Höhe übernommen. Im Jahr 2018 haben die Integrationsämter rund 5 Millionen Euro für technische Arbeitshilfen bereitgestellt.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema
Warum haben Menschen mit Behinderung oft schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt?
Der Zugang zum Arbeitsmarkt gestaltet sich für Menschen mit Handicap schwieriger als für nicht behinderte Menschen. Trotz gesetzlicher Regelungen und dem Ziel der Inklusion ist die Erwerbsquote bei schwerbehinderten Menschen deutlich niedriger als bei der Gesamtbevölkerung, etwa 47 % gegenüber 75 % (Stand 2017). Gründe sind unter anderem Vorurteile und vermeintlich hohe Kosten bei der Beschäftigung.
Welche Vorteile bieten höhenverstellbare Schreibtische für Rollstuhlfahrer?
Höhenverstellbare Schreibtische sind elektrisch stufenlos anpassbar und passen sich so optimal an die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern an. Sie sind unterfahrbar, erlauben auch seitliches Heranfahren und können mit breiten Tischplatten (bis zu 220 cm) ausgestattet werden, wodurch der ergonomische Greifraum optimal genutzt wird.
Was versteht man unter dem „Greifraum“ und warum ist er wichtig?
Der Greifraum bezeichnet den Bereich, den Personen an ihrem Arbeitsplatz mit den Händen erreichen können, ohne ihren Sitzplatz zu verlassen. Für Rollstuhlfahrer liegt dieser meist zwischen 0,38 m und 1,40 m Höhe. Die Berücksichtigung des Greifraums ist entscheidend für die Planung barrierefreier Arbeitsplätze, damit alle Werkzeuge und Arbeitsmittel bequem erreichbar sind.
Wie lässt sich ein Arbeitsplatz barrierefrei für Rollstuhlfahrer gestalten?
Ein barrierefreier Arbeitsplatz benötigt unterfahrbare, höhenverstellbare Tischlösungen mit ausreichender Breite und Höhe, um das Ein- und Drehen des Rollstuhls zu ermöglichen. Dabei sollten auch Arbeitsmittel so platziert sein, dass sie im Greifraum liegen und elektrisch höhenverstellbare Tische bevorzugt werden, um Mobilitäts- und Krafteinschränkungen zu berücksichtigen.
Können Arbeitgeber finanzielle Unterstützung für barrierefreie Arbeitsplätze erhalten?
Ja, Integrationsämter unterstützen behinderte Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die Kosten für technische Arbeitshilfen, wie höhenverstellbare Schreibtische, inklusive Beschaffung, Instandhaltung und Bedienungsschulung, werden teilweise bis vollständig übernommen. 2018 wurden dafür rund 5 Millionen Euro bereitgestellt.
Wie beantragt man die Kostenübernahme für technische Arbeitshilfen?
Die Kostenübernahme erfolgt über das zuständige Integrationsamt, das Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gewährt. Die Beantragung sollte frühzeitig erfolgen, idealerweise vor der Anschaffung der Hilfsmittel. Konkrete Konditionen und Antragsmodalitäten können je nach Bundesland variieren, daher empfiehlt sich eine direkte Kontaktaufnahme beim Integrationsamt.
Sind höhenverstellbare Schreibtische nur für Rollstuhlfahrer geeignet?
Höhenverstellbare Schreibtische sind besonders geeignet für Rollstuhlfahrer, da sie die Anpassung der Tischhöhe elektrisch und stufenlos ermöglichen. Sie sind jedoch auch für viele andere Nutzer mit unterschiedlichen ergonomischen Bedürfnissen vorteilhaft, da sie eine flexible Arbeitsplatzgestaltung fördern.






